Montag, 30. Juni 2008

G wie Graffiti (6)

Granada: Albaicín bajo.

Sonntag, 29. Juni 2008

Menschenlandschaften (3)

Samstag, 28. Juni 2008

Der Tänzer

Freitag, 27. Juni 2008

Sierra de Guadarrama (10)

Blick von der Calzada Romana auf Peñalara.

Donnerstag, 26. Juni 2008

Straßenkünstler (22)

Mittwoch, 25. Juni 2008

G wie Graffiti (5)


Granada, Realejo.

Dienstag, 24. Juni 2008

Straßenkünstler (21)

Montag, 23. Juni 2008

Sturm auf Spanien

Die ruhige Nachtschicht an der spanisch-marokkanischen Grenze in Melilla war abrupt zu Ende. Sonntag früh um 4:25 stürmten rund 70 schwarzafrikanische Immigranten den größten Grenzposten zwischen Marokko und der nordafrikanischen Spanien-Exklave. Sie überrannte sowohl die marokkanischen Grenzsoldaten als auch ihre spanischen Kollegen von der Guardia Civil regelrecht. mehrere Grenzbeamte wurden dabei leicht verletzt. Rund 50 Immigranten gelangten nach Angaben der spanischen Behörden nach Melilla, bevor die Guardia Civil die Grenzabsperrung schließen konnte. Ein Sonderaufgebot aus Gemeinde- und Nationalpolizei sowie Guardia Civil machte gestern den ganzen Tag über Jagd auf die Flüchtlinge. Es seien so gut wie alle festgenommen worden, heißt es. Die meisten Flüchtlinge hätten sich unweit der Grenze unter Fahrzeugen und in Müllcontainern versteckt. Sie wurden auf eine Polizeiwache gebracht, wo versucht wurde sie zu identifizieren. Die meisten jedoch machten keine Angaben zu ihrer Person und ihren Herkunftsland. Daraufhin wurden sie in ein Auffanglager überstellt. Dort warten sie auf einen Abschiebebescheid. Der allerdings nur bei denen ausgeführt werden kann, deren Identität feststeht.

In der Nacht auf Montag versuchte eine weitere Gruppe durchzubrechen. Sie stürmten während in Wien Spanien gegen Italien das Viertelfinale der Euro 2008 bestritt. Doch trotz der Fußballbegeisterung waren die Grenzer dieses Mal vorbereitet. Laut Angaben des Innenministeriums gelang keiner der Flüchtlinge auf spanischen Boden.

Es sind die ersten schweren Grenzzwischenfälle in Melilla seit Heilig Abend 2006. Damals versuchten mehrere Dutzend Flüchtlinge den sechs Meter hohen Grenzzaun zwischen Marokko und Melilla zu überwinden. Sie scheiterten. 40 Flüchtlinge wurden festgenommen.

Die Grenzanlage rund um die spanische Garnisonstadt Melilla war erst kurz zuvor verstärkt worden, nachdem im Sommer und Herbst 2005 128 Mal Flüchtlinge den einst nur drei Meter hohen Zaun gestürmt hatten. Mindestens 17 Immigranten kamen dabei ums Leben. Teils wurde auf sie scharf geschossen. Die Schüsse seien alle von marokkanischen Grenzsoldaten abgegeben worden, hieß es aus spanischen Quellen. Amnesty International verlangte immer wieder eine genaue Untersuchung ohne Erfolg. Mittlerweile ist die Grenzanlage überall sechs Meter hoch. Sie besteht aus einem Doppelzaun mit einer Fahrbahn für die Grenzschützer in der Mitte. Außerdem wurde als weitere Element ein Wirrwarr aus Stahlseilen aufgebaut, in dem sich Eindringlinge verfangen sollen.

Der Ansturm von Sonntag Nacht kam überraschend. Denn anders als 2005 halten sich mittlerweile keine großen Gruppen von Flüchtlingen mehr in den umliegenden Wäldern auf. Die dort errichteten Camps wurde von den Marokkanern auf Drängen Spaniens geräumt. Stattdessen verstecken sich die Flüchtlinge, die es bis an die Grenze zu Melilla schaffen, einzeln oder in kleinen Gruppen in den umliegenden Dörfern und Städten. Wie der Massenansturm organisiert wurde, ist bisher unklar.

Nicht nur Melilla wurden in den letzten Tagen wieder das Ziel von Flüchtlingen. Ebenfalls in der Nacht auf Sonntag gelangte ein mit 75 Menschen besetztes Boot an die südspanische Küste in der Provinz Granada. Unter den Flüchtlingen befanden sich fünf Minderjährige. In der vergangenen Woche erreichten außerdem 500 Schwarzafrikaner die Kanarischen Inseln im Atlantik. Die meisten von ihnen kamen in bis zu 17 Meter langen Fischerbooten mit Außenbordern aus Mauretanien, da die Küste des Senegals mittlerweile von europäischen und einheimischen Patrouillenschiffen systematisch überwacht wird. Die spanischen Behörden befürchten, dass dies nur der Anfang ist. Das gute Wetter dürfte das Geschäft der Flüchtlingsboote erleichtern. Außerdem begann vor wenigen Tagen die Fischfangsaison in Mauretanien. Damit herrscht reger Betrieb in Häfen und auf See. Die Flüchtlingsboote nutzen dies, um unerkannt abzulegen./Karte: Wikimedia

Sonntag, 22. Juni 2008

Der Karikaturist

Samstag, 21. Juni 2008

Harte Zeiten für Christen


Christ sein im muslimischen Algerien ist gefährlich. Seit vergangenen Mittwoch stehen zwei junge Männer, die vom Islam zum Protestantismus konvertiert sind, in Tissemsilt – 150 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Algier – vor Gericht. Ihr Vergehen: "Das Verteilen von Dokumente um den Glauben der Muslime zu schwächen." Die Rede ist von christlichen Büchern, die im Wagen der beiden gefunden wurden. Einer der beiden Angeklagten steht der kleinen evangelistischen Kirchengemeinde in Tissemsilt vor. Der andere besuchte regelmäßig die Messen.

Den beiden droht eine Strafe von bis zu fünf Jahren Haft und eine Million Dinar ( 11.000 Euro) Bußgeld – eine hohe Summe in einem Land, in dem ein Lehrer rund 130 Euro im Monat verdient. In Algerien ist "Missionstätigkeit" für andere Religionen als den Islam verboten. So sieht es ein Gesetz vom Februar 2006 vor. Dort steht auch geschrieben, dass religiöse Veranstaltungen nur in dafür vorgesehenen und vom Innenministerium genehmigten Räumen abgehalten werden dürfen. Kirchenneubauten werden allerdings nicht genehmigt. Und die wenigen Gotteshäuser, die es im Land noch gibt, gehören der katholischen Kirche. Damit kommt diese Bestimmung einen völligen Verbot evangelistischer Tätigkeit gleich.

Genau dies wurde bereits Anfang des Monats vier weiteren Konvertierten zum Verhängnis. Sie wurden im Mai in Tiaret – 400 Kilometer westlich von Algier - verhaftet als sie eine Wohnung verließen. Sie sollen dort eine Messe abgehalten haben. Sie wurden zu Haftstrafen zwischen zwei und sechs Monaten und zu Bußgeldern in der Höhe von 1.000 bis 2.000 Euro verurteilt.

Die Welle der Christenverfolgung erreicht auch die Führungsebene der Evangelisten. Im Februar diesen Jahres wurde der ehemalige Vorsitzende der Methodisten in Algerien, der US-Amerikaner Hugh Johnes (74), nach 45 Jahren des Landes verweisen. Seinen Nachfolger, der Schweizer Pastor Ueli Senhauser, ereilte das gleiche Schicksal. Mittlerweile steht den Methodisten ein Konvertieter vor. Er kann zumindest nicht ausgewiesen werden.

"Die Repressionswelle ist die Antwort auf die ständig steigende Zahl von Konvertierungen in Algerien", ist sich Kirchenmann Johnes sicher. Die Zahl der Neu-Evangelisten soll sich auf über 10.000 belaufen. Die muslimischen Würdenträger sehen darin eine Gefahr für Land und Islam. "Es handelt sich um eine neue Form der Kolonialisierung, die sich hinter der Religionsfreiheit versteckt", erklärt der vom Staat ernannte Vorsitzende des Hohen Muslimischen Rates, Abou Amrane Cheikh.

Längst nicht alle Algerier sind damit einverstanden. Die großen französischsprachigen Tageszeitungen des Landes sehen in der Christenverfolgung eine "islamo-konservative Welle". "So etwas hat es seit der Unabhängigkeit nicht gegeben", protestiert die Zeitung El Watan. Besonders der Fall von Habiba Kouider sorgte in der Presse für Aufsehen. Die 37-jährige Frau wurde ebenfalls in Tiaret festgenommen, weil sie im Besitz von zehn Bibeln war. Der Staatsanwalt bot ihr einen Deal an. "Wenn du zum Islam zurückkehrst, stelle ich das Verfahren ein, wenn du weiter sündigst, wird dich das ganze Gewicht des Gesetztes treffen." Das Urteil steht noch aus.

Freitag, 20. Juni 2008

Menschenlandschaften (2)

Donnerstag, 19. Juni 2008

Menschenlandschaften (1)

Mittwoch, 18. Juni 2008

Sierra de Guadarrama (9)


Pradera de la Venta de la Fuenfría (1630 m).

Dienstag, 17. Juni 2008

Straßenkünstler (20)

Montag, 16. Juni 2008

G wie Graffiti (4)

Samstag, 14. Juni 2008

Spanien, die Expo und das Wasser


Museen und Ausstellungen werden meist dem gewidmet, was die menschliche Zivilisation erfolgreich zerstört hat. Dies gilt für ausgestorbene Kulturen, stillgelegte Industrien oder die spärliche Reste der vom Raubbau betroffenen Naturressourcen. Ab heute hat für drei Monate das Wasser sein Denkmal in Form der Weltausstellung im spanischen Zaragoza. Am Ufer des größten spanischen Flusses, dem Ebro, stellen 95 Teilnehmerländer ihre Vision von "Wasser und nachhaltiger Entwicklung" vor. "Wasser für das Leben", "Wasser ein einzigartiger Rohstoff" und "Wasserlandschaften" heißen die drei Hauptthemen der Ausstellung. In zahlreichen Foren sollen innovativen Ideen zur Wassernutzung vorgestellt werden. Gastgeber Spanien versteht es, sich gut ins Bild zu setzen. Nur mit der spanischen Realität hat die Expo 2008 nicht viel zu tun.

Denn Spanien verschwendet das kostbare Nass wie sonst niemand in Europa. 265 Liter pro Kopf und Tag verbrauchen die Spanier. Das ist doppelt soviel wie der Durchschnittsdeutsche. Wassersparen ist auf der iberischen Halbinsel ein Fremdwort.

Insgesamt gehen 80 Prozent des Wassers in die Landwirtschaft. Nur 14 Prozent in den menschlichen Konsum und 6 Prozent in die Industrie. Um den immensen Verbrauch zu befriedigen werden ganze Flussläufe regelrecht trockengelegt. Die spanische Philosophie lautet: "Wasser, das ins Meer läuft, ist verlorenes Wasser". 1.200 Stauseen, sollen so viel wie möglich Wasser zurückzuhalten, um es der menschlichen Nutzung zuzuführen. Ein weit verzweigtes Netz aus Kanälen und Rohrleitungen verteilt das Wasser überall im Land. Paradoxerweise sind es oft die trockensten Gegenden, die am meisten Wasser verbrauchen. Denn hier wird Bewässerungslandwirtschaft betrieben.

Von der auf der Expo gepriesenen nachhaltiger Entwicklung hat dies alles nichts zu tun. Mancherorts wird so viel Grundwasser abgepumpt, dass ganze Landstriche verwüsten, oder wie im Falle von Almería das salzhaltige Meerwasser in die Grundwasserschichten eindringt. Zur legalen Infrastruktur kommen 500.000 Brunnen, die überall im Lande von den Bauern illegal geschlagen wurden. 45 Prozent der Grundwasserförderung erfolgt ohne Lizenz. Ernsthaft einschreiten wollen weder die Regionalregierungen noch Madrid. Denn wer den Bauern auf die Finger klopft, könnte Wählerstimmen verlieren.

Ein immer größerer Teil des menschlichen Bedarfs entsteht durch den Tourismus. Bettenburgen an der Küste verlangen nach immer mehr Wasser. Und ausgerechnet im trockenen Spanien ist mittlerweile Golf nach Fußball, Motorsport und Basketball die viert-beliebteste Sportart. 374 Golfplätze nennt Spanien sein eigen. Jeder von ihnen verbraucht so viel Wasser wie eine Kleinstadt.

Dabei ist es höchste Zeit für einen Wandel im Umgang mit dem Wasser. Laut dem Bericht der Europäischen Umweltschutzagentur (EEA) zum Klimawandel ist Spanien eines der europäischen Länder, dass am meisten unter der Erderwärmung leidet. Die großen Flüsse des Landes – wie der Ebro – haben in den letzten hundert Jahren bis zu 23 Prozent ihrer Wassermenge verloren. Im Süden Europas ging die Niederschlagsmenge im gleichen Zeitraum um 20 Prozent zurück. Der Bericht geht davon aus, dass die Entwicklung weiter geht. Ein Prozent weniger Niederschläge pro zehn Jahre sieht die EU-Agentur als realistisch an. Bis zum Ende des Jahrhunderts könnten damit so mancher spanischen Fluss bis zu 50 Prozent seiner Wassermenge verlieren. "Die Perioden extremer Trockenheit und des Wassermangels werde zum chronischen Problem auf der iberischen Halbinsel", warnt Greenpeace. "Die Lösung angesichts des Wassermangels ist eine Politik der vernünftigen Verwaltung der Vorkommen und des Wassersparens", fügt die die Umweltschutzorganisation hinzu. Eine Mahnung, die auch im Jahr der Wasser-Expo in Spanien leider ungehört verhallen wird.

Und auch was die Wasserlandschaften angeht, begeht Spanien einen Raubbau wie sonst niemand in Europa. Die Überschwemmungsflächen der Flüsse werden bebaut, obwohl sie als Gemeindeland eigentlich geschützt sind. Regnet es dann einmal richtig, holt sich das Wasser zurück, was ihm gehört und überschwemmt ganze Siedlungen. So auch dieser Tage in Zaragoza: Nach einem überraschend regnerischen Mai ist der Ebro über seine Ufer getreten. Die Eröffnungsfeier der Expo kann nicht wie geplant im neuen Amphitheater stattfinden. Denn dieses gleicht einem See.

Freitag, 13. Juni 2008

Im Paradies

Donnerstag, 12. Juni 2008

Los Mariachis

Mittwoch, 11. Juni 2008

Gran Vía (2)

Dienstag, 10. Juni 2008

Nach Ladenschluß

Montag, 9. Juni 2008

Plaza de Cascorro/ Madrid




Sonntag, 8. Juni 2008

G wie Graffiti (3)

Granada/ Realejo

Freitag, 6. Juni 2008

Spanien vor der EM


Von Begeisterung ist nichts zu spüren. Nur fünf Männer haben sich in die Kneipe im Zentrum Madrids verirrt. Dem Länderspiel Spanien- USA schenken sie kaum Beachtung. Und das obwohl es das letzte Freundschaftsspiel vor dem spanischen EM-Debüt am 10. Juni ist. Bei Ligaspielen ist die Kneipe immer gerammelt voll. Egal ob Real Madrid, Atlético oder der FC Barcelona live übertragen wird. Die Spanier sind eine der Fußball begeistertsten Nationen Europas. Aber eben nur wenn es um die Liga geht. Die Nationalmannschaft hat von jeher nur enttäuscht. Fatalismus macht sich auch dieses Mal breit.

"Höchstens Viertel-Finale", meint einer. "Nö, wir kommen nicht einmal über die Vorrunde hinaus", ein anderer. Die Elf, die der betagte Coach Luis Aragonés zusammengestellt hat, will niemanden überzeugen. Starspieler wie Real Madrids Raúl fehlen, dafür dürfen junge Kicker nach Österreich und die Schweiz mit. An sich eine gute Sache, wäre die Mannschaft nicht aus "Verliererclubs", wie sie hier in der Kneipe genannt werden, zusammengesetzt. Zaragoza kämpft gegen den Abstieg. Valencia spielte dieses Saison in der Liga so schlecht wie schon lange nicht mehr. Und der FC Barcelona brach am Ende der Spielzeit regelrecht ein, egal ob in der Liga oder in Europa.

"Woher sollen diese Spieler die nötige Siegesmentalität nehmen?", fragt einer, ohne sie ernsthaft zu erwarten. "Tragik" ist das Schlagwort, wenn es um die Nationalmannschaft geht. Jeder weiß von Durchfallerkrankungen, die die Spieler im letzten, alles entscheidenden Augenblick schwächten. Oder von der eisiger Kälte irgendwo im Osten, die die Qualifikation erschwerte. Alle erinnern sich an jenen nigerianischen Kullerball, den 1998 Nationalkeeper Zubizarreta mit der eigenen Hand zum Tor verwandelte. Was die spanischen WM-Träume schon in der Vorrunde platzen ließ. Oder an jenen Elfmeter, den Real-Madrid-Star Raúl bei einem EM-Viertelfinale über das Tor schoss.

Doch die traditionell fehlende Begeisterung hat nicht nur mit mangelnden sportlichen Erfolgen zu tun. Es ist auch ein politisches Problem. Zwei der wichtigsten Fußballregionen des Landes – Katalonien mit dem FC Barcelona und das Baskenland mit Atletic de Bilbao – identifizieren sich nur bedingt mit Spanien als Ganzem. Hier sind Nationalismus und Streben nach Unabhängigkeit stark. Ein Länderspiel könnte in keiner der beiden Regionen ausgetragen werden. Proteste wären programmiert. Und auch im restlichen Spanien sind nationale Symbole wie Fahne, Hymne und auch Nationalelf mit dem Makel der unrühmlichen Vergangenheit unter der Franco-Diktatur behaftet.

Nur einmal schien alles anders, bei der letzten WM. Die junge Mannschaft unter Trainer Luis Aragonés spielte in der Vorrunde gekonnt und selbstsicher auf. "Sí, sí, sí vamos a Berlin!" - "Ja, ja, ja, wir fahren nach Berlin!", hieß einer der Slogan. "A por ellos" – so viel wie "Auf sie mit Gebrüll!" ein anderer. Die Fans hatten Lust auf mehr. Das Land war wie verwandelt. Allerorts gab es Großbildschirme, die Kids entdeckten das Nationaltrikot und die Fahne. Dann war plötzlich alles vorbei. Die Spanier scheiterten abermals im Viertelfinale. Schnell kehrten wieder alle der Nationalmannschaft den Rücken - fast schon beschämt darüber, sich dem Taumel hingegeben zu haben.

Das wirkt bis heute nach: Es gibt keine Vorfreude auf die EM, auch wenn sich die Presse redlich bemüht sie zu erzeugen. Vielleicht kommt Begeisterung nach dem ersten Sieg auf. Doch an einen Erfolg glaubt niemand im Land. Nicht einmal Trainer Aragonés. Wie sonst hätte der 70-Jährige in einer Fernsehsendung auf Drängen der Zuschauer verprechen können, im Falle des Titelgewinns mit seiner Frau den Santiago-Weg gehen zu wollen?

Donnerstag, 5. Juni 2008

Straßenkünstler (19)

Mittwoch, 4. Juni 2008

Sí se puede

¡Enhorabuena! A por McSame.

Dienstag, 3. Juni 2008

Ausgetrocknet


Der spanische Nationalpark Tablas de Daimiel läuft Gefahr von der UNESCO-Liste der Biosphärenreservate gestrichen zu werden. Denn das Feuchtgebiet 180 km südlich von Madrid unweit der zentralspanischen Stadt Ciudad Real ist seit Jahren ausgetrocknet. Das ist nicht etwa das Ergebnis der lang anhaltenden Trockenheit unter der die Iberische Halbinsel leidet. Die fortschreitende Verwüstung des Gebietes ist die Folge exzessiver Landwirtschaft. Aus der 5.500 km2 großen Grundwasserschicht 23, in der sich die Tablas de Daimiel befinden, wird seit Ende der 70er Jahre mehr Wasser entnommen, als durch die Niederschläge nachfließt.

Wo einst 1000 Hektar Land unter Wasser standen und riesige Schwärme von Zugvögel Rast machten, steht heute nur noch vertrockneter Schilf. Bis auf eine 18 Hektar kleine Fläche, sind die Lehmböden überall ausgetrocknet und aufgerissen. Die Stege, auf denen die Besucher promenieren, stehen schon lange auf dem Trockenen. Es gibt kaum noch Wasservögel. Und im Flussbett des Guadianas, einer der beiden Zuflüsse der Tablas de Daimiel, wachsen Sträucher und Bäume.

Die Tablas de Daimiel liegen dort wo zwei Flüsse zusammenlaufen - der Cigüela und der Guadiana. Der Cigüela ist der typische südspanische Fluss, der im Frühjahr und Frühsommer viel Wasser führt, und im Sommer und Herbst fast vollständig austrocknet. Doch das Problem ist nicht der Cigüela sondern der Guadiana. Er ist ein ganz besonderer Fluss. Der Guadiana kommt aus den Bergen. Schon nach wenigen Kilometern versickert er im Kalkgestein um 40 Kilometer weiter nur unweit von den Tablas de Daimiel in den Ojos del Guadiana wieder aufzutauchen. So war das zumindest bis 1987. Seither tritt kein Tropfen mehr an den Tag. Das Flussbett ist heute landwirtschaftliche Nutzfläche.

Schuld daran haben die 60.000 illegale Brunnen, die die Landwirte der Region unterhalten. Denn sie pumpen dreimal soviel Wasser ab, wie im Bewässerungsplan legal vorgesehen ist. Der Grundwasserspiegel wurde so auf 23 Meter unter der ehemaligen Austrittsstelle abgesenkt.

"Die UNESCO entzieht den Tablas de Daimiel nicht etwa den Schutz. Vielmehr waren die Tablas nie ernsthaft geschützt. Seit 28 Jahren tut die Regionalregierung nichts, um das Gebiet zu wahren", erklärt José Manual Hernández von der Umweltschutzorganisation Ecologistas en Acción. Hernández sitzt im Aufsichtsrat des Naturschutzgebietes. Seit Jahren fordert er, dass die Tablas de Daimiel aus der UNESCO-Liste gestrichen werden. "Ihr Schutz diente immer wieder als Ausrede, um aus anderen Regionen per Pipelines Wasser nach Ciudad Real zu transferieren." Hernández verlangt eine drastische Verringerung der bewässerten Anbauflächen rund um die Tablas de Daimiel. Nur so könne das Feuchtgebiet langsam aber sicher zurückgewonnen werden.

"Die Lage ist mehr als ernst", erklärt auch Javier Viñuela, der für die Sitzung des zuständigen Ausschusses der UNESCO am 13. Juni einen Zustandsbericht der Tablas de Daimiel vorbereitet hat. Er hofft, dass der von den spanischen Behörden entworfenen Dringlichkeitsplan umgesetzt wird. Dieser sieht vor, die illegalen Brunnen zu legalisieren und dann die Entnahmemengen neu festzulegen. Wer weniger Wasser verbraucht, als ihm zusteht, soll mit den Rechten handeln dürfen. Dieser Plan soll den Grundwasserspiegel in 20 Jahren wieder auf sein altes Niveau anheben. Drei Milliarden Euro will sich Spanien die Reform kosten lassen. "Es ist leider nicht der erste Plan", sagt Viñuela mit resigniertem Unterton.

Montag, 2. Juni 2008

Madrid, Madrid, Madrid ... (12)



Sonntag, 1. Juni 2008

Detailles am Bau

Entdeckt im CaixaForum in Madrid.