Montag, 9. November 2009

Filmtipp der Woche (18)

Barack Obama setzt weiterhin auf die Kreativität seiner Anhänger. Der US-Präsident schrieb einen Wettbewerb für einen Werbespot zur Unterstützung seiner Gesundheitsreform aus. Hier habe ich drei der 20 Finalisten ausgewählt. Viel Spass.



Sonntag, 8. November 2009

Innovativer Ein-Flügler

Die Firma ADES im spanischen Zaragoza steht auf besonderes technisches Design. Ihr auf der Wind Power 2009 vorgestellter Windgenerator ist anders als all die anderen. Die gesamte Generatorgondel richtet sich selbst im Wind aus. Es dreht sich nur ein Flügel im Wind und das lee-seitig. Dieser Rotor ist beweglich aufgehängt, um die Fliehkräfte bei Wechsel der Windgeschwindigkeit auszugleichen. Das gilt auch für das Getriebe. Es kann sich bei schnellem Lastenwechsel mit einer seitlichen Pendelbewegung um bis zu 60 Grad anheben. "Das verringert die Belastung auf Mast und Halterung", erklärt der Chef des Familienunternehmens Manuel Lahuerta. Dies wiederum führe zu einer längeren Lebensdauer und damit zu geringeren Kosten.


Der Generator, der vollständig in Zaragoza entwickelt wurde, wird erst einmal mit 100 und 250 KW Leistung ausgeliefert. Im kommenden Jahr sollen weitere Modelle folgen. Der stärkste Generator soll 2012 mit 1,3 MW auf dem Markt kommen. Für Generatoren ab 250 KW liegt der Preis bei 1000 Euro/Wp. Sie seien damit durchaus wettbewerbsfähig, erklärt Lahuerta. Die Belastungsproben im Labor sind abgeschlossen. Erste Anlagen werden im kommenden Monat ausgeliefert.

Für ADES ist der neue Generator der erste Ausflug in die Windenergie. Bisher konzentrierte sich das 60 Mitarbeiter starke Ingenieursbüro auf Solartracker. Doch dieser Sektor steckt in der Krise, seit Spanien eine Obergrenze für Neuinstallationen festgelegt hat. Verkaufte ADES 2008 Tracker für 5 MW pro Woche, verließen im gesamten Jahr 2009 gerade einmal 500 KW die Werkstätten. Der neu entwickelte Generator soll jetzt für Aufwind für das Familienunternehmen sorgen.

Die ersten 250-KW-Generatoren sind bereits verkauft. Der lettischen Stromversorger Latvenergo wird mit 15 ADES-Generatoren einen Windpark errichten. Zwei weitere Anlagen gehen auf die La- Guajirra-Halbinsel in Kolumbien. Dort werden sie eine Photovoltaikeinrichtung unterstützen, die abgelegene Dörfer von Ureinwohnern versorgt. Auftraggeber ist das kolumbianische Institut für die Elektrifizierung entlegener Gebiete (IPSE).

Lahuerta sieht die Vorzüge seines Produktes genau in schwachen Netzen oder isolierten Installationen. Der 250-KW-Generator samt Rotor passt in einen herkömmlichen Container. Die Anlage kann mit einem normalen Kran aufgebaut werden. Dies sei für entlegene Standorte sehr interessant.

Außerdem beteiligt sich ADES am spanischen Projekt Sinter. Mit Geldern aus dem Stimuluspaket der spanischen Regierung forschen verschiedene Unternehmen zusammen mit Universitäten und Instituten, um kleine und abgelegene Stromnetze mittels erneuerbarer Energien stabil zu betreiben.

Samstag, 7. November 2009

Der Himmel über Madrid

Freitag, 6. November 2009

Dramatische Lage

Die Nachricht ist klar: "Sie haben drei mit an Land genommen und sie werden uns alle mitnehmen, wenn Spanien ihnen die zwei Verhafteten nicht zurückgibt", stammelte am Donnerstag früh ein spanischer Seemann ins Telefon, als er seine Frau im Baskenland anrief. Er gehört zur 36-köpfigen Besatzung des seit 36 Tagen vor der Küste von Somalia entführten spanischen Trawlers Alakrana. Der Besitzer des Fischereischiffes Ricardo Blach wurde noch deutlicher. Die Piraten hätten gedroht in drei Tagen immer drei Seeleute zu erschießen, solange, bis ihre zwei von der spanischen Kriegsmarine verhafteten und nach Madrid gebrachten Kumpanen freigelassen würden.

Bei den drei an Land gebrachten Fischern handelt es sich um einen Basken und zwei Galicier. Sie wurden, so Blach während eines Anrufs beim größten spanischen Radiosender, der Cadena Ser, unter den 16 Spaniern an Bord ausgelost. Während der Telefonate, die von den Piraten genehmigt wurden, schossen die Entführer im Hintergrund immer wieder MP-Salven sowie eine Granate ab, um den Ernst der Lage zu unterstreichen.

"Wir wissen ganz genau, wo die drei Seeleute sind", versucht Spaniens Verteidigungsministerin Carme Chacón die Angehörigen der Fischer zu beruhigen. Doch es nutzt nichts. Die Ehefrauen und Kinder der Seeleute werfen der Regierung Versagen vor. Sie hatten von Anfang an gewarnt, dass die Verhaftung und Überführung von zwei Piraten die Verhandlungen über die Herausgabe des Schiffes behindern könnte. Die spanische Regierung bestritt dies, bis sich die Lage jetzt zuspitze.

Nun steht die Regierung von José Luis Rodríguez Zapatero vor einer schier unlösbaren Aufgabe, denn die spanischen Richter weigern sich das Ermittlungsverfahren gegen die beiden Somalier einzustellen und sie auf freien Fuß zusetzen.

"Die Regierung hat uns belogen", erklärt die Ehefrau einer der Entführten gestern gegenüber den spanischen Medien. "Wir wollen keine Witwenrenten, sondern unsere Männer zurück", fügte sie den Tränen nahe hinzu.

Die Fischereiverbände kritisieren die Regierung ebenfalls scharf. Bereits im April 2008 war ein spanischer Trawler vor Somalia entführt worden. Die Fischer verlangen seither Soldaten an Bord. Das Gesetz lasse dies nicht zu, hieß es aus Madrid immer wieder. Nach der Entführung der Alakrana bekamen die Fischer die Genehmigung, zu ihrem Schutz Söldner anzuheuern. Die Regierung kommt für einen Teil der Kosten auf.

Donnerstag, 5. November 2009

Filmtipp der Woche (17)

It's not a protest!



Mittwoch, 4. November 2009

In die eigene Tasche

Bartomeu Muñoz verstand es seine Wähler zu begeistern. Santa Coloma de Gramenet werde endlich eine normale Stadt, mit modernen Gebäuden, Hotels und großen Freizeitzentren. "Wir werden erstmals in den Architekturzeitschriften erscheinen", versprach Bürgermeister Muñoz. In die Presse sollte es der 120.000 Einwohner zählende Vorort Barcelonas tatsächlich schaffen. Doch nicht etwa als Beispiel besonderer Architektur, sondern wegen Baukorruption. Seit Tagen ziert Santa Coloma die Titelblätter fast aller spanischen Tageszeitungen. Muñoz muss sie im Gefängnis lesen. 45 Millionen Euro soll der Sozialist zusammen mit vier Komplizen unterschlagen haben. Unter den Mitbeschuldigten befinden sich zwei ehemalige, hohe Regierungsbeamten Kataloniens.

Der Trick war einfach. Mitten im Bauboom, der Spaniens Wirtschaft im letzten Jahrzehnt bestimmte, legte die Gemeinde Bebauungspläne auf und verkaufte die dazugehörigen Grundstücke an einen Unternehmer, der einst als Sozialist im Autonomieparlament saß. Dieser baute nicht, sondern wartete ab. Die Gemeindeverwaltung änderte in der Zwischenzeit den Bauplan zugunsten des Bauherrn. Noch mehr Wohnungen konnten damit errichtet werden. Die Grundstücke stiegen im Preis und wurde an einen echten Bauunternehmer weiterverkauft. Die Extra-Millionen teilten sich Bürgermeister und Komplizen auf.

Santa Coloma ist kein Einzelfall. In den letzten Wochen und Monaten werden immer öfter Bürgermeister verhaftet. Ob auf den Balearischen Inseln, in der Provinz von Zaragoza, wo Windparks für unverhofften Reichtum sorgten, oder im für seine Gewächshäuser bekannten südspanischen El Ejido, die Bilder gleichen sich. Polizeibeamte nehmen hohe Würdenträger fest und schaffen kistenweise Beweismaterial aus Amtsstuben und Privatwohnungen ins Gericht.

Alle wichtigen Parteien Spaniens sind betroffen. Doch die konservative Partido Popular sieht sich den größten Untersuchungen ausgesetzt. Unternehmer aus dem Umfeld des Vorstandes der Oppositionspartei sicherten sich lukrative Parteiaufträge und vermittelten Baugrundstücke überall im Land, wo die PP das Sagen hat. Am stärksten betroffen sind die Region Valencia und Madrid. In Valencia musste der regionale Generalsekretär der Konservativen den Hut nehmen. Und in Madrid wird gegen mehrere Regionalparlamentarier und mehrere Bürgermeister ermittelt.

28 größere Korruptionsverfahren sind derzeit bei der spanischen Justiz anhängig. Insgesamt sollen die Beschuldigten 4,1 Milliarden Euro in die eigenen Tasche gewirtschaftet haben. "Das ist doppelt so viel, wie die Regierung in einem Jahr für Forschung ausgibt (...) und mehr als die UNO für die beiden Jahre 2008 und 2009 zur Verfügung hat", schreibt die Tageszeitung El Mundo.

Die Baukorruption hat Spanien in der Liste von Transparency International von Platz 23 im Jahr 2005 auf Platz 28 im Jahr 2009 abrutschen lassen.

"Die große Zahl von schweren Korruptionsskandalen, in die (...) die wichtigsten Parteien verwickelt sind, beschädigt nicht nur den Ruf der Politiker sondern auch das Vertrauen der Bürger in die Institutionen", schreibt die größte spanische Tageszeitung El País. Die neueste Umfrage des Spanischen Zentrums für soziologische Forschung (CIS) bestätigt dies. Nach den wichtigsten Problemen befragt, liegen die politische Klasse und die Parteien auf Platz 4, noch vor dem Terrorismus von ETA und hinter der Arbeitslosigkeit, wirtschaftlichen Nöten und der Einwanderung. Am vergangenen Wochenende nahmen in Valencia Zehntausende an einer Demonstration gegen die Korruption teil, die über Facebook organisiert worden war.

Die Korruption habe nicht zugenommen, sondern die Staatsanwaltschaft habe ihre Arbeit verbessert, versuchte Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero den Vorstand seiner sozialistischen PSOE laut Presseberichten nach der Veröffentlichung der CIS-Umfrage zu beruhigen. Er verspricht zusammen mit der Opposition härtere Gesetze ausarbeiten zu wollen.

Montag, 2. November 2009

Einsamkeit